Messvorbereitung
Der Emissionsgrad eines Objekts ist vom Material und von der Struktur seiner Oberfläche abhängig. Er gibt an, wie viel Infrarot-Wärmestrahlung das Objekt im Vergleich zu einem idealen Wärmestrahler (schwarzer Körper, Emissionsgrad ε = 1) abgibt und hat dementsprechend einen Wert zwischen 0 und 1.
Zur Bestimmung der Oberflächentemperatur wird berührungslos die natürliche Infrarot-Wärmestrahlung gemessen, die das angezielte Objekt aussendet. Für korrekte Messungen muss der am Messwerkzeug eingestellte Emissionsgrad vor jeder Messung geprüft und gegebenenfalls an das Messobjekt angepasst werden.
Drücken Sie oben oder unten auf die Multifunktionstaste (12), um den eingestellten Emissionsgrad in der Anzeige Emissionsgrad (c) aufzurufen (zusammen mit der Anzeige reflektierte Temperatur (e)). Beide Werte erscheinen auch nach dem Einschalten des Messwerkzeugs sowie nach dem Verlassen des Hauptmenüs für einige Sekunden im Display.
Sie können den Emissionsgrad jederzeit über das Hauptmenü ändern siehe Hauptmenü. Sie können dabei einen der voreingestellten Emissionsgrade auswählen oder einen genauen Zahlenwert eingeben.
Die im Messwerkzeug voreingestellten Emissionsgrade sind Richtwerte.
- Korrekte Temperaturmessungen sind nur möglich, wenn der eingestellte Emissionsgrad und der Emissionsgrad des Objekts übereinstimmen.
Hinweis: Befinden sich mehrere Messobjekte mit unterschiedlichem Emissionsgrad innerhalb der durch den Laser gekennzeichneten Messfläche, kann die Temperaturmessung verfälscht werden.
Je niedriger der Emissionsgrad des Messobjekts ist und je mehr Wärmestrahlung das Messobjekt reflektiert, desto größer wird der Einfluss der reflektierten Temperatur auf das Messergebnis. Stellen Sie deshalb besonders bei niedrigem Emissionsgrad die korrekte reflektierte Temperatur ein, da sonst das Messergebnis erheblich verfälscht werden kann.
In manchen Situationen (besonders in Innenräumen) entspricht die reflektierte Temperatur der Umgebungstemperatur. Die reflektierte Temperatur kann aber auch durch Objekte mit stark abweichenden Temperaturen beeinflusst werden: Bei Messungen im Freien kann sich z.B. der Himmel im Messobjekt spiegeln, bei klarem Himmel mit bis zu −40 °C.
Drücken Sie oben oder unten auf die Multifunktionstaste (12), um die eingestellte reflektierte Temperatur in der Anzeige reflektierte Temperatur (e) aufzurufen (zusammen mit der Anzeige Emissionsgrad (c)). Beide Werte erscheinen auch nach dem Einschalten des Messwerkzeugs sowie nach dem Verlassen des Hauptmenüs für einige Sekunden im Display.
Sie können die reflektierte Temperatur jederzeit über das Hauptmenü ändern siehe Hauptmenü.
Die vom Messwerkzeug erzeugten Laserpunkte begrenzen die kreisförmige Messfläche außen. Der Messwert (n) zeigt die durchschnittliche Oberflächentemperatur innerhalb dieser Fläche.
Der Abstand der Laserpunkte und damit die Größe der Messfläche steigt mit dem Abstand zwischen Messwerkzeug und Messobjekt siehe Technische Daten.
- Richten Sie den Laserstrahl nicht auf Personen oder Tiere und blicken Sie nicht selbst in den Laserstrahl, auch nicht aus größerer Entfernung.
Stark reflektierende oder glänzende Oberflächen (z.B. glänzende Fliesen oder blanke Metalle) können die angezeigten Ergebnisse aufgrund ihres oft sehr niedrigen Emissionsgrades stark verfälschen bzw. beeinträchtigen.
Kleben Sie in diesem Fall die Messfläche vollständig mit einem dunklen, matten Klebeband, das gut wärmeleitend ist, ab. Berücksichtigen Sie beim Abkleben, dass sich die Messfläche mit zunehmendem Messabstand vergrößert.
Lassen Sie das Band kurz auf der Oberfläche austemperieren. Stellen Sie am Messwerkzeug den typischerweise höheren Emissionsgrad des Klebebandes ein.
Achten Sie bei reflektierenden Oberflächen auf einen günstigen Messwinkel, damit reflektierte Wärmestrahlung von anderen Objekten das Ergebnis nicht verfälscht. Zum Beispiel kann bei Messungen senkrecht von vorn die Reflexion Ihrer eigenen abgestrahlten Körperwärme die Messung beeinträchtigen. Bei einer ebenen Fläche könnte so die Temperatur Ihres Körpers angezeigt werden (reflektierter Wert), welche nicht der eigentlichen Temperatur der gemessenen Oberfläche entspricht (emittierter Wert bzw. realer Wert der Oberfläche).
Die Messung durch transparente Materialien (z.B. Glas oder transparente Kunststoffe) hindurch ist prinzipbedingt nicht möglich.
Die Messergebnisse werden umso genauer und zuverlässiger, je besser und stabiler die Messbedingungen sind. Dabei sind nicht nur starke Temperaturschwankungen der Umgebungsbedingungen relevant, sondern auch starke Schwankungen der Temperaturen des gemessenen Objekts können die Genauigkeit beeinträchtigen.
Die Infrarot-Temperaturmessung wird durch Rauch, Dampf/ hohe Luftfeuchtigkeit oder staubige Luft beeinträchtigt.
Hinweise für eine bessere Genauigkeit der Messungen:
- Wählen Sie die Messfläche so, dass Störfaktoren minimiert werden. Beachten Sie dabei, dass sich die Messfläche mit zunehmendem Messabstand vergrößert.
- Lüften Sie Innenräume vor der Messung, insbesondere wenn die Luft verschmutzt oder sehr dampfig ist. Lassen Sie den Raum nach dem Lüften eine Weile austemperieren, bis er die übliche Temperatur wieder erreicht hat.